„Drei Wege führen ans Meer. Du kannst direkt runtergehen, vorbei an Häusern, deren Fenster Sklaven des Meeres sind (…) Du kannst aber auch den Weg nach rechts wählen, den längeren …“ ariel rosé wählt unzählige Wege zum Meer und erzählt vom Schwimmen und von Inseln und spinnt ein weites Netz. Eine reiche Kulturgeschichte, bisweilen wie ein gewagter Sprung vom Felsen ins Wasser, die beherzt Anleihen allerorten nimmt, bei John Berger, Józef Czapski oder W. H. Auden, „der davon sang, dass es sich lohnt, sich der Liebe hinzugeben, selbst wenn sie uns in die Irre führen kann, und dass es sich lohnt, in den Fluss zu steigen, damit man weiß, was man versäumt hat.“
Gelehrt ist diese Prosa, die Natur und Kunst
gleichermaßen feiert, aber ganz gewiss nicht
verkopft, ganz im Gegenteil, zumal der Strom,
in den wir geworfen werden, immer wieder in
erquickende anekdotische Seitenarme mündet.
Jan Wagner
ariel rosé blickt auf die Gewässer Europas –
und liest sie als einen endlosen Text über sich
selbst und die Zeit. Über diese Gewässer hinweg
reist ariel mit leichtem Gepäck und ohne festes
Ziel, trägt jedoch das gesamte intellektuelle
Gepäck eines Dichters des 21. Jahrhunderts mit
sich und kehrt stets zu sich selbst zurück.
Alhierd Bacharevič